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10 Jahre Daniel Nömayr: „Es war steinig, aber es war richtig“

Daniel Nömayr - Interview zum Firmenjubiläum | Presse-Meldung der Firma: Daniel Nömayr, Bad Endorf | 24.11.2014

In einer Branche, die sich wie kaum eine andere wandelte und nach wie vor einen schlechten Ruf hat, hat sich die Firma des Versicherungsmaklers mittlerweile mehr als etabliert

  • Daniel Nömayr: er zieht bei unserem Interview zu seinem Firmenjubiläum eine Bilanz aus 10 Jahren Marktpräsenz als Versicherungsmakler und zeigt sich mit einem sehr klaren Blick fürs Wesentliche.
  • Im Interview erklärt er uns, wie sich der Markt, die Kunden und die Anforderungen über die Zeit verändert haben.“
  • Daniel Nömayr: „Die gesetzliche Neuregelung des Versicherungs-Vermittlermarktes wirkte sich bezüglich der Verbraucher positiv aus. Jedoch steuert die Branche auf ein großes Nachwuchsproblem zu.“

Rosenheim Daniel Nömayr: er zeigt sich bestens gelaunt, als wir ihn in seinem Büro in Bad Endorf zum Interview besuchen. Eine hübsche Krawatte passend zum Anzug. Menschen auf Postern, die mit ihrem Lächeln verschiedenste Produktangebote von Versicherungsgesellschaften schmackhaft machen. Auf dem Schreibtisch ein paar Flyer von Kreditinstituten ... – Das dachten wir jedenfalls. Stattdessen leuchten uns ein paar unaufdringliche Gemälde von den Wänden an und ein junger Mann in Jeans und hellem Hemd. Auf seinem Arbeitsplatz liegen nicht mehr als Zettel, Stift und Taschenrechner. Wie er uns schon am Telefon sagte, läuft bei ihm tatsächlich so manches anders als erwartet. Was genau, und wie sich der Markt, die Branche, die Kunden und auch er selbst über die zehn Jahre seit Firmengründung seines Versicherungs-Maklerunternehmens veränderte, wollten wir von dem 30-Jährigen wissen.

Ich bin nicht der Beste, Schönste, Klügste. Aber eines bin ich mit Sicherheit, nämlich ich selbst!

Herr Nömayr: Sie sind Versicherungsmakler. Wissen denn die Menschen, was genau das bedeutet?

Leider wird in den Medien noch immer der Versicherungsmakler und Vertreter begrifflich vermengt beziehungsweise sehr oft auf eine Stufe gestellt. Dabei gibt es ganz klar eine rechtliche Differenzierung beider. Der Vertreter handelt im Auftrag der Versicherungsgesellschaften; der Makler ausschließlich im Auftrag seines Kunden inklusive voller Haftung ihm gegenüber – also genau wie ein Steuerberater. Auch dieser vertritt ausnahmslos seine Mandanten und nicht das Finanzamt. Hier muss noch sehr viel Pionierarbeit geleistet werden – insbesondere von Politikern und Medienvertretern, damit dieser einzigartige und verantwortungsvolle Beruf, der aus meiner Sicht am gewinnbringensten für die Versicherungsbelange der Menschen ist, endlich ins rechte Licht gerückt wird. Die vielen Skandale schwarzer Branchen-Schafe, insbesondere im grauen Kapitalmarkt, sind natürlich ein Desaster und helfen dem ohnehin schlechten Image mitnichten. Weil aber alle Versicherungsmenschen in einen Topf geworfen werden, sind wir Makler somit auch Betroffene. Und das, obwohl ein wirklich seriöser Makler solche grauen Kapitalmarktprodukte schlichtweg gar nicht erst anbietet.

Das heißt, Sie sind Versicherungsmakler aus Überzeugung?

Ja, das bin ich. Ich bereue es nicht, diesen Schritt vor vielen Jahren gegangen zu sein. Es war steinig beziehungsweise der steinigere Weg; aber es war richtig. Wir Versicherungsmakler sind leider immer noch stark in der Unterzahl gegenüber den Versicherungsvertretern. Weil wie schon gesagt, die meisten den Unterscheid gar nicht kennen, musste ich bei meinen Kunden viel Aufklärungsarbeit leisten und natürlich durch Leistung und insbesondere bei Schadensfällen überzeugen, dass es für den Kunden richtig war und ist, einen Makler statt einem Vertreter an der Seite zu haben. Verlockende Angebote von diversen Vertrieben und Versicherungsgesellschaften mit guter Bezahlung erhielt ich genug in den Jahren. Doch ich wollte frei sein, mich nicht Produkten und Verkaufsvorgaben von Gesellschaften unterwerfen. Ich bin nicht der Beste, Schönste, Klügste. Aber eines bin ich mit Sicherheit, nämlich ich selbst!

Gab es sonst noch wesentliche Herausforderungen in den zehn Jahren?

Ja, doch die trafen und treffen alle ins unsere Branche. Nämlich die vielen Gesetzesänderungen. Wegfall der Steuerfreiheit von Lebensversicherungen, zigfache Garantiezinssenkungen, Preisanpassungen, Einführung von Unisextarifen, ... Ständige Bewegung, und somit auch ständige Unruhe. Da wir als Makler ja nahezu auf alle Gesellschaften am Markt zugreifen können, verliert man da schnell den Überblick. Mehrere Hundert Produkte und Tarife von über hundert Gesellschaften immer im Visier zu haben, zu verstehen und zu deuten, mit allen guten und weniger guten Konsequenzen für den Kunden im Leistungsfall, fordert nicht nur großes Know-how und Erfahrung, sondern auch eine perfekte Büroorganisation. Vertreter sind hier weniger gefordert. Dafür können sie nur eine schmale Palette anbieten.

Ist die Altersvorsorge wegen dieses Zinsschwundes denn dann überhaupt noch interessant?

Es veranlasst jedenfalls viele, diese zu vernachlässigen, obwohl allen bewusst ist, dass die gesetzlichen Absicherungen nicht mehr ausreichen. Dies liegt aus meiner Sicht vor allem daran, dass in der Vergangenheit immer eine gewisse „Rendite“ verkauft wurde, die einfach nicht mehr gegeben ist. Hier fand auch bei mir ein Umdenken statt und hier sollte allgemein in der Branche ein Umdenken stattfinden. „Wie hoch ist die Rendite der KFZ, Gebäude oder Haftpflichtversicherung?“ Das fragt ja auch kein Kunde, oder? Wenn kein Versicherungsfall mit Schaden passiert, dann ist die Rendite Minus 100 Prozent. Wenn aber doch etwas passiert, kann die Rendite gemessen am Zahl-Beitrag sehr hoch sein. Und so sollte man auch das Thema Vorsorge betrachten. Eine Versicherung kann, wie der Name schon sagt, ein Risiko absichern. Zum Beispiel das Risiko der Langlebigkeit über eine lebenslange Rentenzahlung, auch dann wenn Sie hundert Jahre jung werden.

Gab es auch positive Entwicklungen?

Ja, einige Gesetze sorgten für mehr Transparenz und Verbraucherfreundlichkeit bei vielen Produkten. Wobei man natürlich aufpassen muss, weil Versicherungsgesellschaften durchaus neue „Schlupflöcher“ im Kleingedruckten im Stande sind zu finden und für sich zu nutzen. Dies ist dann unser Job, diese als solche zu identifizieren und dem Kunden zu helfen, trotzdem das richtige Produkt an die Hand zu geben. Positiv wirkte sich in jedem Fall die Neuregelung des Versicherungs-Vermittlerrechtes im Jahr 2007 aus. Da haben sich einige Vermittler, insbesondere Nebenberufliche, aus dem Markt verabschiede .. (schmunzelt). Genauer gesagt, etwa die Hälfte aller ... (lacht). Seither muss nun mal bei Beratung und Abschluss von Produkten sauber dokumentiert, ordentlich und nachweislich beraten werden und man braucht eine Berufshaftpflicht, will man den Beruf ausüben.

Hat sich der Versicherungs-Kunde verändert?

Kunden werden durch das Internet zunehmend informierter. Als Qualitätsmakler kann man das Internet folglich als Feind bezeichnen, oder als Helfer. Kunden, die eine persönliche, individuelle Betreuung mit Service bei Antragsstellung, eine Pro-Mandant-Einstellung im Schadensfall wünschen oder einfach nur seriöse, faire Antworten bei Fragen haben, werden um einen Berater aus Fleisch und Blut nicht herumkommen. Alle anderen, die sich sicherer fühlen, wenn eine Maschine im Internet Vergleichsergebnisse ausspuckt, um damit das Idealprodukt für sich zu finden, sind bei Internetanbietern gut aufgehoben. Wobei man hier sagen muss, dass ein Vergleichsrechner im Internet niemals die volle fachliche Tiefe abbilden kann. Im Schadenfall zeigt es sich dann spätestens, welche Qualität die gekauften Produkte haben.

Herr Nömayr, wo wird bei Ihnen die Reise hingehen?

Ich baue gerade eine Kundengruppe stark aus. Nämlich die der Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Ingenieure, Architekten… Hier sind wir gerade dabei, ein Konzept mit speziell für diese freien Berufe angepassten Deckungskonzepten und einem entsprechendem Leistungsangebot fertig zu stellen. Dies wird im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen sein. Zudem werde ich mich noch stärker mit den Konsequenzen des Nachwuchsproblems befassen, dass die Branche hat und noch immer weiter bekommen wird. Das durchschnittliche Alter von Berufskollegen liegt bei 50. Deshalb biete ich seit zwei Jahren jungen Menschen ein Praktikum in meinem Unternehmen an, um ihnen die Arbeit als Makler nicht nur zu zeigen und nahe zu bringen, sondern auch schmackhaft zu machen. Dies versuchte ich ja auch mit der Teilnahme an den Jungmakler-Awards als oberstes Ziel zu erreichen. Und auch gilt es Wege zu finden, wie der Kundenbestand älterer Kollegen bei Berufsbeendigung nicht ins Leere läuft, sondern von Qualitätsmaklern sinnvoll übernommen werden kann und jedem Kunden somit immer noch ein persönlicher und guter Betreuer zur Seite gestellt wird.

Apropos Jungmakler-Award: Sie haben es ja gleich zweimal hintereinander aufs Siegertreppchen bei diesem bundesweiten Wettbewerb geschafft und sich damit gegen eine große und harte Konkurrenz durchgesetzt. Haben Sie davon beruflich profitiert?

Ja. Es haben sich neben tollen Kontakten zu spezialisierten Kollegen aus der Branche auch solche zu Entscheidern von Versicherungsgesellschaften und Verbänden ergeben, die mir heute bei meiner Arbeit in Form von kürzeren Wegen und schnelleren Entscheidungen helfen. Zudem haben mich viele Kunden durch die Entscheidung der Jury noch viel deutlicher als ein seriöses und qualitativ sehr hochwertig arbeitendes Maklerunternehmen wahrgenommen, das sich eben merklich vom Einheitsbrei absetzt. Ich freue mich nach wie vor, dass es so gesehen wurde, dass Versicherungsmakler zu sein durchaus sexy sein kann (lacht) ...

mp



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  • Autor:
    Manuel Philipp (freier Redakteur)

  • Foto | Foto-Rechte:
    Nömayr